Das Lernfördersystem Lernlupe ist für den Einsatz im Schulalltag konzipiert. Ist die Lehrperson durch die Schulleitung autorisiert, stehen ihr alle Funktionen und Tools während des ganzen Schuljahres zur Verfügung.

Die Lehrperson setzt Lernlupe ein, wenn sie wissen möchte, über welche Kompetenzen ihre Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik verfügen oder wenn sie für eine objektivierte Beurteilung die Ergebnisse der standardisierten Orientierungstests und der Standortbestimmung nutzen will.

Möchte die Lehrperson LP-21-orientiert  Kompetenzen überprüfen oder vertiefen, stellt sie für die Klasse, eine Gruppe oder Einzelne Aufgabensets zusammen. Das System Lernlupe legt nach einem Orientierungstest auf Grund des Ergebnisses ein individuelles Übungsprogramm für die Schülerinnen und Schüler an.

Allgemeine Hinweise

Für das Lernfördersystem Lernlupe bildet der LP 21 die Grundlage. Das Onlinesystem unterstützt die Lehrpersonen bei der individuellen Förderung mit Orientierungstests, Standortbestimmungen sowie einem Aufgabenpool.

Planungstools stehen für die Dokumentation des Lehr- und Lernprozesses zur Verfügung.

Ziel & Zweck

Für die Schülerinnen und Schüler

  • Individuelle Förderung auf ausgewiesenem Kompetenzniveau
  • Individuelles Feedback in Bezug auf den Lernverlauf
  • Sozialer und kompetenzorientierter Vergleich mit der Jahrgangsstufe
  • Unterstützung des eigenständigen Lernens

Für die Lehrerinnen und Lehrer

  • Rückmeldungen zur Lehr-/Lernplanung
  • Unterstützung bei der Planung des kompetenzorientierten Unterrichts

Durchführung

Es gelten die kantonalen Weisungen zur Durchführung und zum Datenschutz.

IT-Infrastruktur

  • Die Gegebenheiten an den Schulen bestimmen die Intensität der Nutzung.
  • Die Systemvoraussetzungen müssen regelmässig überprüft werden.

Funktionsüberprüfung des Systems

Aufgabenpool

Der Aufgabenpool ist das Herzstück der Online-Plattform. Er beinhaltet Test- und Übungsaufgaben für die folgenden Kompetenzbereiche des 2. Zyklus (LP21):

  • Deutsch: Hören – Lesen – Sprache im Fokus
  • Mathematik: Zahl und Variable – Form und Raum – Grössen, Funktionen, Daten & Zufall

Den mehrere Hundert Aufgaben umfassenden Aufgabenpool entwickeln Expertinnen und Experten aus der Praxis. Für den mehrstufigen Qualitätsprozess bis zur Implementierung im System wird mit den Pädagogischen Hochschulen zusammengearbeitet. Vielfältige Aufgabenformate und mediengerechte (für das Onlinesystem geeignete) Aufgabenstellungen, grösstenteils aus dem Umfeld der Schülerinnen und Schüler, machen die Bearbeitung der Aufgaben interessant.

Demo der Aufgabentypen

Aufgabenpool Testen & Aufgabenpool Lernen

Der Aufgabenpool beinhaltet Aufgaben, die ausschliesslich für das Testen eingesetzt werden. Diese sind normiert und verfügen über die notwendigen wissenschaftlichen Kennwerte, die das individuell angepasste Testen ermöglichen. Der Qualitätsprozess bis zum Gebrauch dieser Aufgaben ist aufwendig. Deshalb werden sie ausschliesslich für die Orientierungstests und Standortbestimmungen eingesetzt.

Jede Testaufgabe ist normiert und verfügt über die notwendigen wissenschaftlichen Kennwerte.
Die Schwierigkeit der Übungsaufgabe wird von Expertinnen und Experten eingeschätzt.

Der Aufgabenpool Lernen beinhaltet Übungsaufgaben für die Vertiefung und Erweiterung der Kompetenzen.

Die Aufgaben sind von Lehrpersonen aus der Praxis in fünf Schwierigkeitsstufen eingeteilt worden. Die Einschätzung dieser Aufgaben wird durch das System überprüft.

Sobald ein Orientierungstest abgeschlossen ist, stellt das System eine Übung mit 15 Aufgaben zusammen.

Die Aufgabenauswahl basiert auf dem Ergebnis des Tests.

Orientierungstests

Der Orientierungstest kann mehrmals eingesetzt werden. Die Lehrperson bestimmt die Häufigkeit. Die Testdauer ist von Schülerin zu Schüler verschieden, deshalb kann ein Test immer unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Pädagogische Überlegungen oder auch organisatorische Gründe können dazu führen, dass diese Tests von den Lehrpersonen für Einzelne, eine Gruppe oder die ganze Klasse eingesetzt werden.

Das Ergebnis des Orientierungstests zeigt auf, welches Kompetenzniveau die Schülerinnen und Schüler ausweisen. Darauf kann die individuelle Förderung aufgebaut werden.

Alle Lernenden machen ihren eigenen Test, weil sich das System ihren Fähigkeiten anpasst. Ohne zeitliche Vorgaben bearbeiten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Tempo die Aufgaben. Deren Schwierigkeit wird nach jeder gelösten Aufgabe neu berechnet. Sobald das System genügend Informationen hat, bricht es den Test ab. Der Lernstand und der Lernfortschritt sind sofort ersichtlich.

Einsatzbeispiele:

Die Lehrperson…

  • möchte nur für einen Teil der Klasse wissen, auf welchem Kompetenzniveau in Zahl und Variable aufgebaut werden kann.
  • generiert einem neu zugezogenen Schüler die Logins für alle Orientierungstests, damit ihr die Ergebnisse für ein Standortgespräch mit den Eltern zur Verfügung stehen.
  • teilt ihre Klasse in zwei Gruppen ein, da für den Lernfortschritt im Lesen lediglich ein Set Laptops für die halbe Klasse zur Verfügung steht.
Die Grafik zeigt Testverläufe von sechs Schülerinnen und Schülern.

Die Standortbestimmung

Einmal jährlich kann von der 3. – 6. Klasse eine Standortbestimmung durchgeführt werden. Der normierte Aufgabenpool wird einerseits für die Orientierungstests und andererseits für diese Standortbestimmungen genutzt.

Im Vergleich zum Orientierungstest, eingesetzt für den individuellen Lernfortschritt, erlaubt die Standortbestimmung einen sozialen Vergleich innerhalb der Jahrgangsstufe.

Die Standortbestimmung ist adaptiv. Das Lösungsverhalten der Lernenden beeinflusst den Testverlauf. Nach jeder gelösten Aufgabe wählt das System eine neue Aufgabe mit angepasstem Schwierigkeitsgrad. Lernende mit grossen Fähigkeiten bearbeiten nach kurzer Zeit schwierige Aufgaben. Umgekehrt lösen Lernende mit weniger Fähigkeiten einfachere Aufgaben. Das System schliesst den Test ab, wenn eine verlässliche Kompetenzaussage gemacht werden kann.

Während mit den Orientierungstests das Augenmerk auf den Kompetenzbereich gerichtet ist, wird mit der Standortbestimmung ein Gesamtwert im Fachbereich ausgewiesen. Der kompetenzorientierte Lernfortschritt kann über den gesamten 2. Zyklus verglichen und dokumentiert werden.

Die Planungstools

Die elektronischen Planungstools vereinfachen und dokumentieren wiederkehrende Planungsprozesse im Lern- und Lehrprozess.

Für das eigenständige Lernen steht den Schülerinnen und Schülern das «Lernjournal» zur Verfügung. Sie planen in vorgegebenen Zeitfenstern ihre Arbeit selbst und machen sich nachher Gedanken zum Arbeitsprozess. Dafür nutzen die Schülerinnen und Schüler den Bereich «Planen». Für die Interaktion mit anderen Schülerinnen und Schülern oder der Lehrperson stehen ihnen die beiden Tools «Mitteilungen» und «Dokumente» zur Verfügung.

Mit verschiedenen Filtern können gezielt Informationen zum individuellen Arbeitsprozess mit den Ergebnissen in den Orientierungstests verglichen werden, eine mögliche Grundlage für ein Standortgespräch.

Die Planungstools für die Lehrperson werden zurzeit entwickelt und werden eine kompetenzorientierte Planung auf der Basis des Lehrplans 21 erlauben.

Darstellung des Planungstools für die Schülerinnen und Schüler.